Klimavortrag

Der Klimawandel ist Gesprächsthema so mancher politischen Debatte. Aber auch am Gymnasium Trossingen wurde am Donnerstag, 21. September 2017, im kleinen Saal des Konzerthauses über das Phänomen Klima referiert. Dazu war Prof. Dr. Alexander Siegmund extra von der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg nach Trossingen gekommen, um die Schüler über die Herausforderung aufzuklären.

Alexander Siegmund bezieht sich in seinem Vortrag auf die heimische Region, die Baar, und darauf, wie wir den Klimawandel miterleben. Zum Einstieg nennt er direkt einige Beispiele, die für die Veränderung des Klimas sprechen: Überschwemmung in der Hohenlohe, Tornado im Südschwarzwald, Niedrigwasser in der Dreisam und Schneemangel auf der Schwäbischen Alb. Vergangene Wetterextremen, die in Zukunft verstärkt vorkommen werden.

Doch um genau zu erklären, wie dieser Klimawandel entsteht, muss Siegmund in der Antarktis anfangen, wohin er bereits selbst schon mit einem Forscherteam unterwegs war. Dort bohrten sie in sogenanntes Schelfeis bis zu 1200 m tief, um so Gesteinsproben auszugraben, in denen Informationen über die vergangenen Klimabedingungen stecken. Denn Fakt ist, dass das Klima nie gleich war und bleiben wird. Unter anderem fand man so heraus, dass sich das Eis immer wieder anpasste. Wird es warm, geht das Eis zurück, wird es kalt, kommt es wieder. Dieser Vorgang wiederum hat Einfluss auf die Meereszirkulation bzw. auf die Meeresströmungen wie den Golfstrom. Sie transportieren die Energie zwischen den Polen und dem Äquator. Weil aber die Eisbildung zurückgeht, sinkt weniger abgekühltes Wasser unter dem schwimmenden Schelfeis zu Boden, welches die globalen Meeresströme antreibt. Somit schwächen sich diese ab. So können mehr Wetterextreme entstehen.

Das heißt auch für uns auf der Baar: Mehr Trockenperioden im Sommer und zunehmend milde Winter in der Zukunft. Während bei uns somit beispielsweise auch Ernteerträge auf dem Spiel stehen, „baut man im Süden Grönlands mittlerweile Kartoffeln oder sogar in geschützter Umgebung Erdbeeren an“, sagt Alexander Siegmund. Neben der Landwirtschaft hat es auch die Forstwirtschaft nicht sehr leicht, denn „die Fichte wird tendenziell weniger bei uns heimisch sein können“, fährt der Klimaexperte fort. „Die Frage ist bei all dem, wie sehr der Mensch an diesen Veränderungen beteiligt ist – da scheiden sich die Geister“, stellt der Professor klar. Wissenschaftlich gesichert ist aber, dass der Mensch einen nicht unerheblichen Anteil am Klimawandel hat.

 

Projekt KliN neu eingeführt

Dass ein Professor aus Heidelberg vor Trossinger Schülern referiert hat aber einen weiteren bedeutenden Grund: Mit diesem Vortrag geht nämlich das Kooperationsprojekt KliN Dem Klimawandel nachhaltig begegnen lernen – Förderung der Handlungskompetenz von Jugendlichen zur Anpassung an die regionalen Folgen des Klimawandels in Baden-Württemberg– welches durch die Bekanntschaft zwischen Peter Armbruster und dem Heidelberger Professor entstand, an den Start. „Wir schreiben auch beide für das neue Diercke-Schulbuch – und so kamen wir gemeinsam auf die Idee“, erläutert Peter Armbruster. „Wir wollen im Rahmen dessen auch geographische Arbeitsweisen den Schülern näherbringen“, ergänzt er.
Und am Ende kommt die Botschaft an: „Ich interessiere mich für das Thema Klima und fand den Vortrag gut“, sagt der Neuntklässler Daniel Walter. „Mir hat das Referat sehr gut gefallen“, stimmt die 14-jährige Lisa Bühler zu.

 

Dokuteam - Robin Möß

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