Begabtenförderung

DSA-2018 

Beispiel: 2018 DSA (Deutsche Schülerakademie) - Sommerferien einmal anders

 

So unterschiedlich wie die Schüler selbst sind, so unterschiedlich verbringen sie auch ihre Ferien.  Für Kim Wacker aus der Jahrgangsstufe 2 führte der Weg im Sommer 2018 in die Tiefen Mecklenburg-Vorpommerns. Dort nahm die jetzige Abiturientin vom 02. bis zum 18. August an der  Deutschen Schülerakademie (DSA) in Torgelow teil.

 

Das Abenteuer begann für sie bereits in der zehnten Klasse. Auf Initiative ihres damaligen Klassenlehrers wurde sie für eine Teilnahme an der DSA vorgeschlagen. Daraufhin durchlief sie ein Bewerbungsverfahren, bei dem die Chance auf eine Zusage bei ca. 50 % lag. Kim hatte Glück.

Die Deutsche Schülerakademie als außerschulisches Bildungsangebot

Die Deutsche Schülerakademie bildet einen Verbund mehrerer Sommerakademien, der jährlich von dem Talentförderzentrum Bildung & Begabung durchgeführt wird. Das enthaltene Bildungsangebot wurde dazu konzipiert, interessierte und begabte Schüler außerhalb des Schulalltags intensiv fordern und fördern zu können. Hierfür verbringen jedes Jahr ca. 960 Teilnehmer aus ganz  Deutschland  16 Tage ihrer Sommerferien in einer der zehn Akademien. Die Teilnehmer bewerben sich auf einen der  60  angebotenen Fachkurse, der – unter Führung eines kompetenten, speziell ausgebildeten Kursleiters – von jeweils 16 Schülern besucht wird. Zusätzlich finden Freizeitangebote statt, in denen die vielseitig interessierten Schüler die freie Zeit verbringen können.

 

Die Reise beginnt

Kims Gefühle und Erwartungen an diese zwei Wochen waren gemischt: Einerseits freute sie sich sehr über die Zusage, andererseits kamen erste Zweifel auf: „Ich befürchtete,  dass ich mich unter so vielen Hochbegabten nicht wohl fühlen könnte!“ Allerdings wendete sich das Blatt bereits bei der Anreise zum Positiven. Die neunstündige Zugfahrt   zum Schloss Torgelow bot bereits die Möglichkeit, andere Teilnehmer kennenzulernen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin fiel der Empfang im Internatsgebäude des Schlosses herzlich aus: „Ich merkte sofort, dass es eine unvergessliche Zeit werden würde.“
Der Akademiealltag begann bereits am frühen Morgen, fast wie in der Schule: Nach dem Frühstück fanden sich alle Teilnehmer der Akademie im sogenannten Plenum ein, wo gemeinsam der Tagesablauf besprochen, Nachrichten ausgetauscht (die Gefahr, sich in den zwei Wochen von der Außenwelt zu isolieren, ist hoch) und musikalisch in den Tag gestartet wurde. Im Anschluss befassten sich die jeweiligen Kurse intensiv mit ihren Inhalten. Kim setzte sich in ihrem Kurs „Talk to me. Die Psychologie der Gesprächsführung“ mit dem interdisziplinären Bereich der Psychologie und Kommunikation auseinander. So wurden Themen wie „Wie kommuniziere ich gewaltfrei?“  oder „Wie führe ich ein Klienten-zentriertes Gespräch?“ sowohl theoretisch als auch praktisch mit Hilfe von Experimenten oder Szenarien behandelt. Basiswissen über klassische Kommunikationsmodelle wurde vermittelt und in Bewerbungsgesprächen und sonstigen Dialogen  geübt. Hierbei wurde auch der Einsatz nonverbaler Kommunikation, wie Mimik und Gestik trainiert.
Bereits drei Wochen vor dem Kursbeginn in Torgelow hatte sich Kim mit einem Vortrag zum Thema Coaching vorbereitet. Dazu waren ihr Arbeitsmaterialien in englischer Sprache als Grundlage und zum Durcharbeiten zur Verfügung gestellt worden. Die Referate und Ergebnisse der Themen der einzelnen Schüler wurden dann in den Kursen gehalten. Die tägliche Lernzeit lag bei fünf Stunden. In der freien Zeit konnten sich die Schüler in den kursübergreifenden Angeboten engagieren, wie  zum Beispiel Sprachen, Theater oder verschiedenste Sportangebote. Diese wurden  teilweise von den Teilnehmern selbst angeboten.  Kim, die  in ihrer Freizeit regelmäßig und gerne Sport treibt, kamen Angebote wie Badminton, Tennis  oder Schwimmen sehr gelegen.

 

Nicht nur Nerds und Streber

Kim lernte ihre Mitschüler als sehr aufgeschlossen und herzlich kennen, sodass sie schnell Freunde fand. Es wurden Partys gefeiert, es wurde munter debattiert  oder lange Gespräche geführt, in denen man sich über die unterschiedlichsten Themen austauschte. Die wenigsten Teilnehmer waren das, was man unter einem Streber versteht, sondern einfach interessierte  Schüler, die zielgerichtet und mit Engagement die ihnen gestellten Aufgaben angehen.
Nach zwei Wochen intensiver Arbeit, enormem Schlafmangel und vielseitigen Bekanntschaften ging diese spannende Zeit leider zu Ende. „Die zwei Wochen gehören zu den schönsten Erfahrungen, die ich bisher in meinem Leben machen durfte“, schwärmte Kim. Sie konnte sich intellektuell  und persönlich auf der DSA weiterentwickeln, da sie neben den Kursinhalten auch Methoden wie  wissenschaftliches Arbeiten erlernte und ihre Rhetorik verbesserte.  Dabei hat sie viele neue Freunde gewonnen und  neue Hobbys kennengelernt. „Noch heute denke ich jeden Tag  an die Akademietage  zurück und vermisse die Atmosphäre des Internats im Schloss Torgelow sehr.“

 

Interview

Ein Interview mit Kim Wacker gibt weitere Einblicke hinter die Kulissen:

Wie nimmst du deinen Schulalltag wahr, nachdem du auf der DSA warst? Gibt es in diesem Schuljahr für dich diesbezüglich grundlegende Unterschiede in deinem Empfinden?

Der Schulalltag unterscheidet sich schon stark von der DSA. Besonders die Arbeitsatmosphäre ist eine andere. Daher war es am Schuljahresbeginn nicht leicht für mich, mich wieder an den normalen Schulunterricht zu gewöhnen. Ich vermisse diese Energie und Motivation, die jeder einzelne Teilnehmer bei der DSA ausgestrahlt hat.

Hattest du den Eindruck, dass die anderen Teilnehmer das Gefühl hatten, sie seien die Elite?

Nein, die meisten nicht. Wir waren uns bewusst, dass die Teilnahme an der DSA nicht selbstverständlich ist. Daher haben wir es als Chance gesehen, um voneinander zu lernen und uns weiterzuentwickeln.

Wie denkst du, ist es möglich, dass auch sehr vielen anderen Schülerinnen und Schülern solche Möglichkeiten eröffnet werden?

Ich finde, dass die Politik in Zukunft mehr Geld in die Bildung investieren sollte. Es wäre toll, wenn das Programm der DSA erweitert werden könnte, damit noch mehr Schülerinnen und Schüler die Chance bekommen, an einer Schülerakademie teilzunehmen. Darüber hinaus sollten mehr Lehrer ihre Schüler auf die Akademie aufmerksam machen. Ein großes Problem aus meiner Sicht ist, dass viele Schülerinnen und Schüler, die Spaß an der DSA hätten, nicht wissen, dass es derartige Angebote gibt.

Könntest du dir vorstellen, noch einmal in irgendeiner Form bei der DSA mitzumachen?

Auf jeden Fall! Die „Akademieatmosphäre“ ist etwas ganz Besonderes, die ich unbedingt noch einmal spüren möchte. Es ist toll, von Menschen umgeben zu sein, die ähnlich denken und fühlen wie man selbst. Ich würde während meinem Studium gerne als Kursleiter an einer Akademie teilnehmen, um den „Spirit“ der DSA weiterzugeben.



Artikel und Interview
von Kim Wacker und Mai Saito,
gegengelesen von C. Baumgarten

 

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